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»Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig«
Zentralbibliothek
Wall-Saal
15.02.2018 - 14.03.2018
Eintritt frei
»Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig«

Ausstellung über die Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus am Beispiel fotographisch dokumentierter Familiengeschichten aus Mitteldeutschland. 

Im Archiv der Universität Liverpool fand die dort lehrende Historikerin Eve Rosenhaft ca. 200 Fotografien, die das Leben der Sinti und Roma in den 1930-er Jahren in Dessau-Roßlau dokumentieren. Sie gehen auf den damals in Roßlau lebenden Fotojournalisten Hanns Weltzel zurück. Weltzel hatte ab 1931 intensive Kontakte zu den Familien, die auf ihren Handelswegen nach Dessau-Roßlau kamen. Die Fotos und erhalten gebliebenen Briefe zeugen von einer freundschaftlichen und von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägten Atmosphäre. Darin liegt die Besonderheit dieses Fotobestandes, insbesondere wenn man sie mit Propagandafotos im Nationalsozialismus vergleicht.

Die Beschriftungen der Fotos geben nur bedingt Auskünfte, um wen es sich auf den einzelnen Fotos handelt. Die namentliche Identifizierung ist jedoch die Grundvoraussetzung, um die Verfolgungswege der Menschen und ihrer Familien zu erforschen. Dieser Aufgabe widmet sich Professor Eve Rosenhaft gemeinsam mit Jana Müller vom Alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau in enger Kooperation. Nach voneinander unabhängigen Forschungen und Durchführung von Jugendprojekten führten sie vor drei Jahren ihre Forschungsergebnisse zusammen und begannen zielgerichtet für eine Ausstellung zur Erinnerung an die mitteldeutschen Sinti und Roma Fotografien in Augenschein zu nehmen und in Archiven nach weiterführenden Hinweisen zu suchen. Die Ausstellung, deren Titel einem Brief von Josef Steinbach an Hanns Weltzel aus dem Jahr 1948 entnommen ist, nimmt die Verfolgungsschicksale ganzer Familien, häufig über vier Generationen, in den Blick. Am Abend der Ausstellungs-Eröffnung wird auch der vom AJZ Dessau produzierte Kurzfilm „Was mit Unku geschah – Das kurze Leben der Erna Lauenburger“ gezeigt, der in einem Jugendforschungsprojekt entstand. Unku gehörte mit ihrer Familie zu den aus Dessau-Roßlau Ausgewiesenen und wurde mehrfach von Hanns Weltzel fotografiert.

Im Rahmen des Programms zum „27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Kooperationspartner: Heinrich-Böll-Stiftung.